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Reichlich 75 Jahre prägten das Kraftwerk und die Braunkohlegruben
den Alltag in der Industriegemeinde Zschornewitz. Infolge der
wirtschaftlichen Umstrukturierung der DDR wurden ab 1991 schrittweise
die Gruben und das Kraftwerk stillgelegt. Der Ort verlor damit große
Teile seiner wirtschaftlichen Basis. Auf Initiative des Bauhauses
wurden 1992 die Kolonie und Teile des Kraftwerkes unter Denkmalschutz
gestellt. Nach anfänglich sehr kontroversen Diskussionen wurde 1993/94
ein Sanierungskonzept entwickelt, das auf eine denkmalgerechte und
sozialverträgliche Erneuerung der Kolonie zielte. Es galt,
öffentliche und private Eigentümer für eine konstruktive Mitarbeit
zu gewinnen, denn bereits 1991 und 1992 war ein Teil der Reihenhäuser
privatisiert worden. Die Gemeinde sichert daher seit nunmehr sechs
Jahren eine umfassende Beratung der Hauseigentümer in allen Fragen
der Unterstützung bei Bauvorhaben im Denkmalbereich.

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Im Juni 1996 wurde die Werkssiedlung »Kolonie« als EXPO-Projekt bestätigt,
seitdem werden umfangreiche Erneuerungsmaßnahmen an den Gebäuden
und im öffentlichen Raum realisiert.
Das Kraftwerksdenkmal stellt das erste sanierte Industriedenkmal
der Region dar - als »Kultur-Kraftwerk« entwickelt es sein
»zweites Leben«: Theater, Klangkunst, Tagungen, Ausstellungen ...
ein Nukleus für eine neue, auch wirtschaftliche, Perspektive für
diesen Ort, der Geschichte schrieb und heute von hoher
Arbeitslosigkeit betroffen ist.

projektbearbeiter Kraftwerk:
Harald Kegler, Jens Köster
projektbearbeiter Kolonie:
Holger Schmidt
partner / externe bearbeiter:
Vereinigte Energiewerke AG; Berlin
Gemeinde Zschornewitz
Fritz Hubert, Architekt; München
EXPO 2000 Sachsen-Anhalt GmbH
Künstler/innen aus der Region, aus ganz Deutschland und Europa
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