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Zwischen 1777 und 1799 trafen zur »Lust am Drehberge« die Stände
des Volkes zusammen: der Fürst mit seinen befreundeten Dichtern und
Künstlern, Philosophen, Pädagogen und Ökonomen; die Bauern der
Dörfer des Wörlitzer Winkels. Einmal im Jahr, am Geburtstag der
Fürstin Luise, lud Fürst Franz zu einem festlichen Wettkampf ein,
der dem Vorbild der antiken olympischen Spiele folgte. Wie ein
»Gesellschaftsspiel« sollte der Tag ein Stück zukünftiges Leben
in vollendeter Harmonie - unter Aufhebung der Rolle des Fürsten -
darstellen. Eine Art »Gesellschaftsvertrag«, wie ihn Rousseau
formuliert hatte, mag ein Bezug für das Drehbergfest gewesen sein.
Der Drehberg liegt nur wenige Kilometer vom Wörlitzer Park entfernt
und ist durch eine direkte Sichtbeziehung unmittelbar mit ihm verbunden.
Das von J.F.W. v. Erdmannsdorff entworfene Grabmonument (1773-79)
krönte den Hügel inmitten einer landschaftlich modellierten Arena
mit Tanzplätzen. In seiner Vereinigung der Gegensätze von Leben und Tod,
symbolisiert der Drehberg die humanistische Botschaft aus der Antike.
Die Nutzung der Landschaft im Sinne einer solidarischen Gesellschaft
und einer ästhetischen Kultur gilt bis heute als Herausforderung.
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Nach Abriß des Grabmals geriet der Drehberg in Vergessenheit.
Er gehört zu den verschütteten Reichtümern des Gartenreichs.
Neuinterpretation und Wieder-In-Besitz-Nahme durch Kunst- und
Theateraktionen ermöglichen eine zeitgemäße Sinnstiftung.


projektbearbeiterin:
Heike Brückner
partner / externe bearbeiter:
Schüler und Lehrer des Gymnasium "Philanthropium"; Dessau
Vereinigte Energiewerke AG
Gemeinden Wörlitz, Vockerode, Griesen
Stadtverwaltung Dessau
Landkreis Zerbst
Theatergruppe "Pandora"
Künstler/innen aus der Region und aus ganz Deutschland
Kulturstiftung Dessau-Wörlitz
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