Industrielles Gartenreich
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 1991 
- 92 

Gemeinsames Sommersemester mit der TU Braunschweig, »Wunden« Ausstellungen und Publikation, Werkstattwoche am Bauhaus, »Bergbaubrachen um Bitterfeld - Probleme, Chancen, Visionen« Publikation und 1. Preis für umweltfreundliche Stadt- und Landschaftsplanung des Bauministeriumsdes Landes Sachsen-Anhalt
 


 1994 

Gründung des Dachverbandes Bergbaufolgelandschaft
 


 1995 

Öffnung des Tagebaus für Besucher, Aufnahme von Spazierwegen und Workshopflächen in die Abschlußbetriebsplanung, bergamtliche Bestätigung. Seither mehr als 6000 Besucher
 


 1996 
- 98 

Sommerschulen und »Claim-Summer« gemeinsam mit Hochschulen in ganz Deutschland - Anlegen von experimentellen Gärten und öffentliche Präsentation in Aktionstagen
 


 1997 

Im offiziellen Führungsangebot der Region
 

Bergbaufolgelandschaft
Golpa Nord

kultivieren statt sanieren

Der Braunkohlebergbau - wie hier in Golpa-Nord - lieferte den Rohstoff für eine seit Beginn des Jahrhunderts prosperierende Industrieregion. Mit Hilfe von Tagebaugroßgeräten wurden, wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte, riesige Wunden in die Natur geschlagen, Kulturlandschaften zerstört und umgestaltet.

Unweit der großen Gärten der Aufklärung entstanden Wüsten, verbotene und gemiedene Landschaften. Anfang und Ende eines Zeitalters scheinen damit hier angekommen zu sein. Zwei Pole, die an den entgegengesetzten Enden der Welt zu vermuten wären, treffen hier aufeinander und sind so auch Synonym für die Begrenztheit und Unteilbarkeit von Natur. Anfang der 90er Jahre wurde die Kohleförderung in Golpa-Nord eingestellt und mit den Arbeiten zur Sanierung des Tagebaus begonnen. Der Makel sollte getilgt und die Wunde mit ihrer Ausdrucksstärke und skulpturalen Kraft durch einen stereotypen künstlichen See verschlossen werden. Dagegen setzte das Bauhaus das Modell der Aneignung und Kultivierung dieser Landschaft. Mit der Öffnung des Tagebaus für garten- künstlerische Experimente und zahllose öffentliche Spaziergänge veränderte sich die Wahrnehmung:
 
Heidelandschaft Golpa II

Aus dem verabscheuten Restloch entwickelte sich eine Landschaft der Phantasie und Hoffnungen. Der Abschied von den Idyllen des englischen Gartens und die Ankunft in einem Landschaftslabor und Garten des 21. Jahrhunderts hatte begonnen.
Goitsche

projektbearbeiter:
Rainer Weisbach, Martin Brück, Jens Köster
partner / externe bearbeiter:
Bertram Weishaar, Landschaftsplaner; Kassel/Dessau
alias - Atelier für Spaziergangsforschung und Unternehmungen; Dessau
TU München
TU Berlin
Gh Kassel
TU Braunschweig
TU Karlsruhe
Universität Hannover
ETH Zürich
TU Gliwice; PL
Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau- und Verwaltungsgesellschaft mbH
Anhaltinische Braunkohlesanierungsgesellschaft mbH
Dachverband Bergbaufolgelandschaften e.V


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