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Noch heute sind die hier entstandenen Bauten Magneten für Touristen
aus aller Welt. Bauhausstadt: Das ist auch die »geträumte« oder
gezeichnete Stadt der Moderne - eines völlig neuen Stadtmodells,
das die alte Stadt komplett ersetzen wollte.
Der moderne Städtebau des 20. Jahrhunderts versprach Licht, Luft,
Sonne, Wohnung, Auto und Arbeit für jeden: ein fortschrittliches Ziel.
Dabei ging die historische Stadt, die räumliche Qualität und die
kulturelle Vielfalt - bereits gedanklich - verloren. Das gebaute
Ergebnis war die Unwirtlichkeit eines autogerechten, ausufernden
Besiedlungs- breis. Und überall das Gleiche ... Das Bauhaus trug nicht
Schuld an dieser Misere, es hat aber daran mitgewirkt. Erst in den
60er Jahren hat der Bauhauslehrer Ludwig Hilberseimer rückblickend
die städtebaulichen Leistungen der Moderne selbstkritisch bewertet:
»Das Resultat war mehr eine Nekropolis als eine Metropolis, eine sterile
Landschaft von Asphalt und Zement, unmenschlich in jeder Hinsicht.«
Die industrielle Moderne hinterließ auch Brachen, stillgelegte Bauwerke
oder für den Abriß vorgesehene Anlagen - und sie bieten heute
überraschende Perspektiven für den (Wieder-) Gewinn einer
menschlichen Stadt. Ihre fantasievolle Nutzung eröffnet neue
Möglichkeiten für die Stadtkultur.

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Beispielorte: Der Wallwitzhafen ist ein brachgefallener
ehemaliger Industriehafen am Stadtrand - er inspirierte Ideen und
Entwürfe für ein Wohn-, Gewerbe- und Freizeitareal. Eine »erste
öffentliche Inbesitznahme«, ein Brachenfest, sorgte für eine neue
Wahrnehmung und verhinderte überhastete Abriß- bzw. Bauvorhaben.
Bis heute ruht die Brache und wartet auf wirklich adäquate Lösungen.
Mit dem K.I.E.Z. entstand in Dessau Nord, dem vom Verfall bedrohten
Wohngebiet der Gründerzeit, das erste kommunale Informations- und
Einwohnerzentrum. Heute bietet das K.I.E.Z. Theater und Kino, eine
Medienwerkstatt, ein Café und andere Angebote.
Der Städtebauliche Pfad, entstanden aus einer Idee des Bauhauses,
ist ein Informations- und Aktionspfad durch die Stadt:
Stadtentwicklung und künstlerische Inszenierung des öffentlichen
Raums verbinden sich zu neuen Elementen der Stadtkultur. Der
Pfad ist Ort der Bauhausstadt-Feste geworden und bietet Raum
für zahlreiche weitere Aktivitäten.
projektbearbeiter:
Jens Fischer, Martin Stein, Harald Kegler, Torsten Blume
partner / externe bearbeiter:
TU Berlin
Stadtverwaltung Dessau
K.I.E.Z. e.V. Dessau
EXPO 2000 Sachsenanhalt GmbH
Universität Hull; GB
Hochschule für Grafik und Buchkunst; Leipzig
RWTH Aachen
Akademie der Künste; Berlin
Gesellschaft für Urbanistik e.V.
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