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 1991 

Gestaltungsseminare am Bauhaus zum Tagebau Goitzsche bei Bitterfeld
 


 1993 
- 94 

Gründung eines Studios »Wasser-Sustainability« am Bauhaus
Erarbeitung einer Konzeption zur Erneuerung und Entwicklung des Wassereinzugsgebiets von der Quelle und den Zuflüssen bis zur Mündung
 


 1995 

Einzelplanung für eine »Neue Mulde« bei Bitterfeld zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit des durch den Tagebau Goitzsche gestörten Flußsystems
 


 1998 

Aufgreifen der Ideen und Konzepte durch staatliche Behörden und Gremien sowie Gebietskörperschaften zur nachhaltigen Entwicklung des Wasser- und Auensystems der Region
erste Maßnahmen zur Herstellung der ökologischen Regulierung des gestörten Flußsystems der Mulde
 

Mulde
Die Mulde bei Bitterfeld

visionen für ein
flußeinzugsgebiet

Die Mulde ist ein über weite Strecken unverbauter Fluß und damit eines der letzten naturnah erhaltenen Fließgewässer Deutschlands.

Besonders am Unterlauf der Mulde zeigt sich dies in intakten Flußmäandern, wertvollen Auenwäldern und weiträumigen Überschwemmungsflächen - eine Fluß- landschaft, die durch den Muldestausee bei Bitterfeld nachhaltig unterbrochen wird. Diese Besonderheit sowie die ökologische Problematik der Altindustrie dieser Region, in der über Generationen die Produktion ungeachtet der Folgen für Luft, Wasser und Boden vorangetrieben wurde, waren Anlaß, nach neuen Entwicklungkonzeptionen zu suchen. Ein Leitbild für die künftige Entwicklung ist dabei das Wasser durch seine Bedeutung für die Funktion und Gestalt von Landschaft. Gegen künstliche Grenzziehungen und eine weitere Fragmentierung von Räumen wurde in einer am Flußeinzugsgebiet der Mulde orientierten Rahmenplanung begonnen, Lösungsansätze für den Erhalt und die Entwicklung der Landschaft des Muldeeinzugsgebietes zu erarbeiten. Als einmalige Chance für eine über die regionalen Grenzen wirksame Regeneration des Naturhaushaltes wurde die Wiederherstellung eines Fließgewässer- und Auenverbundes der Mulde im Zuge der bergbaulichen Sanierung des Tagebaus Goitzsche vorgeschlagen.
 
Ein Fluß wird wieder zum Fluß ( Zur Vergrößerung hier klicken ! )

Dies stellte nicht nur einen entscheidenden Beitrag für das Ökosystems der Mulde dar, sondern bedeutete auch eine deutliche ökologische und funktionale Aufwertung der entstehen den Bergbaufolgelandschaft um Bitterfeld. Aus dem einst negativen Modellfall für die Folgen eines Raubbaus an der Natur wurde ein neues, übergreifendes Modell für die Landschafts- und Regionalentwicklung. Die unmittelbare Umsetzung des Projektes scheiterte nach dreijähriger Arbeit. Die in fachliche und politische Gremien getragene Diskussion löste jedoch weitere Untersuchungen aus und führte 1999 zu einem Teilerfolg. Der Muldestausee wurde abgesenkt. Geplant sind lokale Maßnahmen zur Wiederherstellung der ökologischen Durchgängigkeit der Mulde. Die Entwicklung des Flusses ist Gegenstand eines länderübergreifenden Gremiums. Naturschutz, wirtschaftliche und Interessen der Bergbausanierung sind für den Erhalt und die Entwicklung eines in Deutschland einmaligen Flusses in Übereinstimmung zu bringen.

projektbearbeiter:
Rainer Weisbach
partner / externe bearbeiter:
Ulrike Schacht, Leo Sztatecsny, Landschaftsplaner; Berlin
Georg Rast, WWF-Auen-Institut; Rastatt
Helen Mayer-Harrison und Newton Harrison, Künstler; USA
Eric Lord, Architekt; GB
Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH


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