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Besonders am Unterlauf der Mulde zeigt sich dies in intakten
Flußmäandern, wertvollen Auenwäldern und weiträumigen
Überschwemmungsflächen - eine Fluß- landschaft, die durch den
Muldestausee bei Bitterfeld nachhaltig unterbrochen wird.
Diese Besonderheit sowie die ökologische Problematik der
Altindustrie dieser Region, in der über Generationen die
Produktion ungeachtet der Folgen für Luft, Wasser und Boden
vorangetrieben wurde, waren Anlaß, nach neuen Entwicklungkonzeptionen
zu suchen. Ein Leitbild für die künftige Entwicklung ist dabei
das Wasser durch seine Bedeutung für die Funktion und Gestalt
von Landschaft. Gegen künstliche Grenzziehungen und eine weitere
Fragmentierung von Räumen wurde in einer am Flußeinzugsgebiet
der Mulde orientierten Rahmenplanung begonnen, Lösungsansätze
für den Erhalt und die Entwicklung der Landschaft des
Muldeeinzugsgebietes zu erarbeiten. Als einmalige Chance für
eine über die regionalen Grenzen wirksame Regeneration des
Naturhaushaltes wurde die Wiederherstellung eines Fließgewässer-
und Auenverbundes der Mulde im Zuge der bergbaulichen Sanierung
des Tagebaus Goitzsche vorgeschlagen.
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Dies stellte nicht nur einen entscheidenden Beitrag für das Ökosystems der Mulde dar,
sondern bedeutete auch eine deutliche ökologische und funktionale
Aufwertung der entstehen den Bergbaufolgelandschaft um Bitterfeld.
Aus dem einst negativen Modellfall für die Folgen eines Raubbaus
an der Natur wurde ein neues, übergreifendes Modell für die Landschafts-
und Regionalentwicklung. Die unmittelbare Umsetzung des Projektes
scheiterte nach dreijähriger Arbeit. Die in fachliche und politische
Gremien getragene Diskussion löste jedoch weitere Untersuchungen
aus und führte 1999 zu einem Teilerfolg. Der Muldestausee wurde
abgesenkt. Geplant sind lokale Maßnahmen zur Wiederherstellung
der ökologischen Durchgängigkeit der Mulde. Die Entwicklung des
Flusses ist Gegenstand eines länderübergreifenden Gremiums.
Naturschutz, wirtschaftliche und Interessen der Bergbausanierung
sind für den Erhalt und die Entwicklung eines in Deutschland
einmaligen Flusses in Übereinstimmung zu bringen.
projektbearbeiter:
Rainer Weisbach
partner / externe bearbeiter:
Ulrike Schacht, Leo Sztatecsny, Landschaftsplaner; Berlin
Georg Rast, WWF-Auen-Institut; Rastatt
Helen Mayer-Harrison und Newton Harrison, Künstler; USA
Eric Lord, Architekt; GB
Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH
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