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Sie kann damit auch zum Hoffnungsträger der neuen Bundesländer -
sogar der osteuropäischen Beitrittsregionen zur EU werden. In einer Zeitspanne
von 10 bis 20 Jahren kann - vorausgesetzt es kommt ein Regionalpark zustande -
ein europäisches Modell für eine ökonomisch - ökologische Gleichgewichtsregion
zwischen den Großstädten entstehen.
Diese "Balance-City" wird die Alternative zur verbreiteten "Zwischenstadt",
der zersiedelten suburbanen Landschaft sein.
"Balance-City": die Metropolen halten Abstand!
Sie, die metropolen Räume Leipzig/Halle und Berlin/Potsdam, werden durch
den Regionalpark Mitteldeutschland miteinander verbunden und zugleich auf
Abstand gehalten. Eine Kette von anthropogenen Landschaften, in denen effektiv
und mit Respekt vor den überkommen naturnahen und menschlichen Hinterlassenschaften
gewirtschaftet und gestaltet wird, schafft diesen verbindenden Abstand.
Das frühere mitteldeutsche Industriegebiet erhält durch den Regionalpark
eine Anbindung an Berlin und die Hauptstadt wird mit deren einstigem "Hinterhof"
in neuer, nachhaltiger Weise verknüpft. Der Regionalpark Mitteldeutschland,
die "Balance-City", wäre auch Bestandteil einer Marketingstrategie für die
Region im europäischen Vergleich:
Der Regionalpark Mitteldeutschland ist ein Kommunikationsraum der
Medienbranche und neuer Technologieentwicklungen an alten Standorten,
der Bildung mit mehreren Universitäten und Hochschulen, er ist zudem ein
Lernort in der Landschafts- und Stadtgestaltung sowie im Umweltschutz.
Wäre dies nicht der Ort einer Europäischen Akademie der regionalen Erneuerung -
eines Netzwerkes der regionalen Bildungseinrichtungen mit raumrelevanten
Lehrangeboten und beispielhaften Erneuerungsorte, eine Institution also,
die die Entwicklung der einzelnen Städte und Landschaften regional vernetzt,
Forschungen und Bildungsangebote regional koordiniert und internationale
Kontakte zu anderen Regionen entfaltet?
Der Begriff
Die Bezeichnung Mitteldeutschland bezieht sich auf die 20er Jahre.
Seinerzeit wurde der Mitteldeutsche Industriebezirk als Planungs- und Wirtschaftsraum geprägt.
Dieser erstreckte sich zwischen den Städten Leipzig - Erfurt - Magdeburg - Wittenberg,
mit dem Zentrum Merseburg. Heute gilt dieser Begriff als umgangssprachlich eingeführt,
obwohl es Mitteldeutschland so nicht mehr gibt. So beziehen sich der Mitteldeutsche
Rundfunk oder der Verkehrsverbund Mitteldeutschland darauf.
Regionalprojekte im Vergleich
Der Regionalpark Mitteldeutschland ordnet sich ein in einen Trend zur Regionalisierung
wie er seit Beginn der 90er Jahre national und international festzustellen ist.
Mit solchen Regionalprojekten wie der Internationalen Bauausstellung Emscher Park
wurden neue Dimensionen der Regionalentwicklung insbesondere für altindustrielle
Gebiete wie sie das Ruhrgebiet, Mittelengland oder Schlesien darstellen eröffnet.
Die IBA wurde zum Leitbild für die Regionalisierung. Ähnliche, wenngleich
nicht so ambitionierte Projekte entstanden im Raum Frankfurt/Main mit dem Grüngürtel,
aus welchem der Regionalpark Rhein-Main wurde oder mit der Metropolregion Hamburg.
In jüngster Zeit ist mit dem Beginn der IBA Fürst-Pückler-Land in der Lausitz ein
weiteres Regionalprojekt entstanden, das die Erfahrungen von IBA Emscher Park und
Industriellem Gartenreich aufnimmt und auf die Bergbaufolgelandschaft dieses Raumes
überträgt. Weitere Projekte sind im Rahmen des Wettbewerbs "Regionen der Zukunft"
entstanden, wie der PAMINA-Raum an der deutsch-französischen Grenze oder um die
Großstädte München und Hannover. All diese Projekte folgen dem Prinzip:
"die Stadt der Zukunft ist die Region".
Sie bringen zugleich die Notwendigkeit zum Ausdruck, Nachhaltigkeit Wirklichkeit
werden zu lassen bedeutet, die Betrachtungsebene auf die Region zu beziehen.
Gleichzeitig bereiten sich diese Regionen mit ihren Planungen auf die Entwicklung
in Europa vor. Hier läuft seit geraumer Zeit ein intensiver Prozess der Regionalisierung ab.
Der Regionalpark Mitteldeutschland liegt also nicht nur im Trend sondern fügt
sowohl durch seine ausgesprochen "europäische Ausdehnung" und seinen inhaltlichen
Ansatz dem Trend eine neue Facette hinzu: Balance City.
Die nächsten Schritte wären:
Mit der vorliegenden Idee, der analytischen Bestandsübersicht und dem
konzeptionellen Ansatz (Balance City) sind erste Umrisse für ein Rahmenkonzept
gelegt. Nun gilt es, eine Gesamtstrategie (Masterplan) und die einzelnen
Bausteine des Regionalparks auszuarbeiten und einer öffentlichen Debatte
zu stellen. Dafür wären interessierte Partner aus den benachbarten Ländern
(z. B. Gemeinsame Landesplanungskommission Berlin/Brandenburg, das Forum
Mitteldeutschland) sowie Unternehmen und öffentliche Institutionen zu gewinnen.
Die Zukunftskonferenz Mitteldeutschland im November 2001 sollte als Plattform
für die Debatte um den Regionalpark genutzt werden. Hier könnte der Auftakt
für einen etwa zweijährigen Entwicklungs- und Kommunikationsprozess gesetzt
werden, an dessen Ende - wieder zu einer Zukunftskonferenz - ein breit
getragenes Konzept für den Aufbau eines Regionalparks Mitteldeutschland steht.
Den Arbeitsbeginn könnte eine Tagung bzw. ein Planungsseminar Anfang 2002 bilden.
Hier sollten auch die kritischen Aspekte einer Anstimmung zwischen formeller
Raumordnung und informeller Regionalplanung behandelt werden. Daran könnten
sich weitere Seminare, Zukunftswerkstätten, Bereisungen, internationale
Kolloquien o. ä. anschließen, um den Vorschlag ausreifen zu lassen.Das
Forum Mitteldeutschland könnte im weiteren Prozess eine wesentliche Rolle
als integrierende Institution spielen und insbesondere die Sicht der
Wirtschaft bei der Entwicklung des "Korridors der Zukunft" einbringen.
Gleichzeitig wäre die Zusammenarbeit im entstehenden Netzwerk der "Regionen der Zukunft"
in Deutschland für den Erfahrungsaustausch und die Qualifizierung des Vorhabens
zu nutzen. Weiterhin wäre zu prüfen, ob im Rahmen der europäischen Förderinstrumente
(Interreg), bereits internationale Kooperationen aufgebaut werden könnten.
Zu Koordinierung des Prozesses könnte ein Sekretariat gebildet werden.
Hier müssten die Aktivitäten abgestimmt, Informationen zusammengeführt
und neuen Ideen angeregt werden.
Am 10. 04. 2001 wurde der Vorschlag
während der 2. Heidekonferenz in Bad Schmiedberg [REK Dübener Heide]
erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Im März und April wurden
textliche Ergänzungen der ursprünglichen Idee vorgenommen.
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